Wahrhaftigkeit :: Die sein, als die wir gemeint sind

Wir treten in Kontakt zu echten Energien und Wesenheiten, unsere Reisen führen uns in real existierende, bewohnt und belebte andere Wirklichkeiten. Das ist Arbeit, die Respekt verlangt.

Hagazussa zu sein nimmt den zentralen Platz in meinem Leben ein.

*Hagazussa* stammt aus dem Mittelhochdeutschen (1050-1350 v.d.Z.), findet sich ganz ähnlich im Mittelniederländischen und im Altenglischen und bedeutet "Zaunreiter*in". Die, die auf der Hecke sitzt, im Haag, der Innen von Außen trennt, geordnete Menschenwelt von der wilden Welt der Tiere und Geister, Diesseits und Jenseits. *Hexe* gilt für beide Geschlechter und hat - im Sinne der Berufsbeschreibung "spirituelle Spezialisten" - eine sehr ähnliche Bedeutung wie 'Schamane' oder 'Schaman*in': Menschen, die fähig sind willentlich und zielgerichtet in Trance oder Extase zu gehen und daraus zurückzukehren, um zwischen den Welten zu reisen und zu vermitteln, die mit Ahn*innen, Geistwesen und Göttern kommunizieren und durch die die Kraft der geistigen Welt zu heilerischen Zwecken fließen kann. Hagazussas transportieren bei Bedarf Energien/Kräfte/Elemente zwischen den Welten, in die Vergangenheit, in die Zukunft oder in andere Dimensionen. Sie verbinden Energien und trennen sie, sie rufen herbei und schicken fort. Diese Fähigkeiten und Kenntnisse stellen sie in den Dienst von Menschen und Gruppen, die sie damit beauftragen. Sind Hagazussas in Gemeinschaften eingebunden, sind sie meist auch die Hüter*innen von Geschichten, Werten und Überlieferungen.

Seit einigen Jahren leite ich allein oder gemeinsam mit anderen Asatru-Jahreskreisfeste und druidische Rituale, bin Ritualleiter bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, halte den Raum für Kreise, individuelle Heilsitzungen und Zeremonien. Der Schwerpunkt meiner geistheilerischen Arbeit liegt dabei auf Entsetzungen von Menschen, Tieren und Orten, sowie auf dem Lösen unguter Verbindungen in allen Zeiten und der Aufhebung von lebenskraftzehrenden Altlasten (Schwüre, Verträge, Versprechen, Schuld), sowie dem Unterrichten dieser Techniken und der Begleitung von Menschen, die ihren eigenen Hagazussa-Pfad finden und gehen wollen.

Ich halte Vorträge zu spirituellen Themen [ein paar Sachen findest Du in meinem Blog], gebe workshops und Seminare, beteilige mich an den Berliner Schamanentagen, den Hessischen Heilertagen und der Langen Nacht der Religionen in Berlin. Seit 2018 gibt es kleine Ausbildungsgruppen, die ich einen Jahreskreis lang auf ihrem Weg zu ihrem individuellen Hagazussa-Sein begleite.

Meine Lehrer*innen kommen aus verschiedenen Kulturen und folgen verschiedenen Pfaden. So kommen über die Jahre in mir Lehren aus den beiden Amerikas, Grönland, Österreich, England, Deutschland, Island, Burjatien und Tuwa zusammen. Dabei bediene ich mich aber nicht "nach Belieben" in anderen Kulturen, sondern lasse mich berühren und erinnern: Die Unterweisungen und Einsichten, die meine Lehrer*innen mir vermitteln, fließen in die mir so wichtige Erinnerungsarbeit: die Rück-Erinnerung an unser indo-europäisches spirituelles Erbe. In meiner Arbeit fühle ich mich vor allem dem nordischen, dem indigenen euraischen Schamanentum verpflichtet, das uns in der Geschichte unseres Kontinentes fast vollständig entrissen wurde. Aber eben nur fast. Europaweit arbeiten Menschen daran, das oft im Volks-Aber!-Glauben und der Erfahrungsheilkunde versteckte Wissen wieder zu entdecken, zu entschlüsseln und zu beleben. Auch wir Nordeuropäer*innen haben einen spirituellen Schatz, den es zu heben gilt, damit wir damit unseren Beitrag im großen Rat der Menschheit leisten können, zum Wohle aller Wesen.